10. Iserlohner Mondscheinlauf 2015

10. Iserlohner Mondscheinlauf 2015

Wie kam es dazu

Der Mondscheinlauf ist ein vom christlichen Verein junger Menschen (CVJM) jährlich veranstalteter familiärer Lauf am kleinen Seilersee in Iserlohn. Ursprünglich war der Plan, das ein Mitglied meiner Laufcrew, Sebastian, bei diesem Lauf erste Ultra-Erfahrungen, als Vorbereitung auf den Röntgenlauf (63,3km) sammelt. Der Röntgenlauf wiederrum sollte eine Vorbereitung auf den Bambinilauf des Tortour de Ruhr (100km) sein, bei dem Sebastian im kommmenden Jahr starten wollte.

Ich hatte direkt vorgeschlagen ihn beim Mondscheinlauf zu begleiten, da ich die Idee interessant fand, mir aber dachte das es auf Dauer ziemlich langweilig ist auf einer 761m (laut Veranstalter) langen Strecke im Kreis zu laufen. So haben wir uns beide für den unglaublich günstigen Preis von 6 EUR für den Lauf und nochmals 4 EUR für die Nutzung des Verpflegungsstands angemeldet. Hier sieht man mal wie günstig sich solch ein Event veranstalten lässt, wenn der Veranstalter sagt, das die Startgebühr nur die Kosten tragen soll.

Leider hat sich Sebastian zwischenzeitlich immer wieder mit Schmerzen im Fuß, Knie und dergleichen rumschlagen müssen, was in der niederschmetternden Diagnose "Verletzung des Sehnenansatzes und Reizung der Sprunggelenkkapsel" gipfelte. Da nun mehrmonatige Laufpause ansteht, war der Mondscheinlauf und wohl auch die anderen Läufe erstmal gelaufen.

Nun war es an mir auch abzusagen, da ich ja eigentlich nur Sebastian unterstützen wollte, oder den Lauf als Teil meiner Marathon-Vorbereitung zu sehen und zu schauen ob ich 42km oder mehr erreiche. Sebastian hat auch zugesagt mir vom Rand aus Support zu geben und von den anderen Jungs meiner Laufcrew erhielt ich hilfreiche Tipps für den Lauf eines Ultra.

Die Vorbereitung

In der Zeit vor dem Mondscheinlauf hatte ich ja schon angefangen längere Läufe zu laufen und bin daher regelmässig mehr als 30km am Stück, meist gepaart mit knackigen Höhenmetern gelaufen. Meine Strecken führten mich meist durch Essen und/oder Mülheim und einen Teil an der Ruhr entlang. Mein längster Lauf belief sich aber bis zum Mondscheinlauf auf irgendetwas zwischen 34 und 36 Kilometer.

Nochmals kurz meine Läufer-Historie Revue passieren lassen: Ich laufe zwar schon seit 2010, aber erst seit 2012 im Freien und nicht auf dem Laufband. 2012 bis einschließlich 2014 habe ich eigentlich nur jeweils einen Monat trainiert um beim Staffellauf für die Firma anzutreten. So richtig laufe ich also seit Januar 2015. Im April lief ich den ersten Wettkampf über 22,6km, im Mai meinen ersten offiziellen Halbmarathon. Der Marathon soll im Oktober kommen und nun will ich einen Ultra laufen? Scheinbar ist das so. Wenn der Körper sich meldet und sagt es geht nicht mehr, habe ich mir vorgenommen aufzuhören.

Der große Tag

Ich bin zeitig los gefahren, damit ich zwischen 17 und 18 Uhr meine und auch Sebastians Startunterlagen abholen kann. Sebastian wollte so gegen 18:30 Uhr dazu stossen. Ich hatte auch das Glück den Parkplatz der am nächsten an der Strecke liegt, zu bekommen. So ließ ich meine Wechselkleidung im Auto, ich konnte ja jederzeit schnell da vorbei laufen um mich umzuziehen.

Auf dem Weg zum kleinen Seilersee hinab traf ich direkt erste andere Läufer und kam mit ihnen ins Gespräch. Was uns alle ein wenig überraschte war dieser Hügel der scheinbar Teil der Laufstrecke sein sollte. Stand in der Ausschreibung nicht "flach"? OK, für das Sauerland war das flach. Weiter unten war schon eine Bühne aufgebaut, eine Traverse mit Leinwand und mehrere Monitore standen bereit. Während wir runter gingen, sahen und hörten wir schon Laufsprecher die an der Strecke positioniert waren, so das wir wirklich an der gesamten Strecke auch musikalisch unterhalten werden konnten. Im Start/Ziel-Bereich waren hauptsächlich Mitglieder von Staffeln anzutreffen und ich wurde direkt freundlich empfangen. Noch bevor ich fragen konnte, wurden meine suchenden Blicke interpretiert und mir der Weg zu den Startunterlagen gewiesen. Nachdem ich grundlegendes über die Zählung der Runden, den Verpflegungspunkt und die Toiletten erfahren hatte und unsere Startunterlagen entgegen nehmen durfte, ging ich erstmal wieder zurück zum Auto um ein wenig zu dösen bis Sebastian eintrifft. Ich sollte ja von 19 Uhr bis 1 Uhr Nachts durchgehend laufen.

Sebastian traf wie vereinbart ungefähr um 18:30 Uhr ein, hatte aber leider seinen Campingstuhl vergessen, so das er sich später einen Platz auf einer Bank kurz hinter dem Verpflegungspunkt suchte. Wenigstens hatte er etwas zu lesen mit: Born to Run von Christopher McDougall. Vor dem Start hat er mir nochmals mehrfach eingebläuht, das ich ja nicht zu schnell laufe. Noch kurz in Richtung Toiletten zum Minigolfplatz nebenan während die Läufer offiziell begrüßt werden und pünktlich zur Segnung (Es war ja ein Lauf des christlichen Vereins junger Menschen) waren wir wieder da. Ich übergab schnell meinen deutlich zu vollen Verpflegungsbeutel (man will ja gewappnet sein) an Sebastian und begab mich in den Startbereich. Sebastian wünschte mir noch viel Erfolg und kurz darauf wurden die Sekunden runter gezählt und mein langer Lauf began.

Der Start/Ziel-Bereich bevor es losging

Der Wettkampf

Der Hügel des Schreckens

Das erste nach dem Start ist direkt der "Hügel des Schreckens", an welchem einige schon von Begin an vom Laufen ins Gehen wechselten. Ich bin nahezu den ganzen Lauf über hier hoch gelaufen. Es gab nur eine Handvoll Runden, an denen ich ab der Kurve ins Gehen gewechselt bin.

Nach der ersten Rechtskurve folgte eine weitere Steigung den Rest des Hügels hinauf. Hier folgte eine erneute Rechtskurve und es ging wieder leicht abwärts parallel zur Straße hinter dem Gebäude des CVJM entlang in Richtung Minigolfanlage. Auf diesem Stück musste ich mich meist bremsen, um nicht einfach laufen zu lassen und nachher wieder viel zu schnell die Runde abzuschließen. Eine weitere Rechtskurve vor der Minigolfanlage und die Strecke führte weiter abwärts auf das Niveau des Start/Ziel-Bereichs. Die nächste Rechtskurve führte mich zum ersten Mal am Verpflegungsstand vorbei, den ich aber nach den ersten Metern noch rechts liegen ließ. Weniger Meter weiter saß Sebastian links auf der Bank, las in seinem Buch und kontrollierte die Zeit die ich gebraucht hatte. Die erste Stunde war er ständig damit beschäftigt mich abzubremsen, was mit Sicherheit dazu beigetragen hat, das ich die 6 Stunden durch gehalten habe. Auch langsam laufen will ich gelernt sein und ich brauche da scheinbar noch einiges an Übung. Die Strecke führte weiter am kleinen Seilersee entlang. Nach zwei weiteren Rechtskurven ging es über eine Brücke aus einzelnen Betonplatten, die leider alles andere als eben und somit eine üble Stolperfalle waren zur ersten Linkskurve in den Start/Zielbereich. Hier saßen rechts in einem Container permanent zwischen drei und fünf Personen und notierten die Runden anhand für die einzelnen Startnummern. Die nächste Linkskurve führte an den Zuschauern und wartenden Staffelläufern vorbei um dann wieder im Anstieg den Hügel hinauf zu münden.

Schon von Anfang an konnte man die Läufer sehr gut in drei Gruppen unterteilen:

  • Ambitionierte erfahrene Ultraläufer, die routiniert Runde um Runde abspulten
  • Spaßläufer und Läufer die es einfach mal ausprobieren wollten
  • Staffelläufer die mit vergleichsweise Höllentempo an uns vorbei rannten

Ich zählte mich ganz klar zur zweiten Gruppe.

Die ersten 10 Kilometer waren ein Spaß und gingen relativ einfach vorbei, abgesehen davon das ich immer wieder das Tempo nach unten korrigieren musste, denn um die 6 Minuten/km ist eigentlich nicht mein Tempo. Hier war auch nicht grade hilfreich, das der Veranstalter die Strecke als 761m lang angegeben hatte, andere Läufer 715m auf ihren Uhren stehen hatten und meine Garmin Fenix 3 sogar nur 680m gemessen hat. Somit hatten Sebastian und ich unterschiedliche Einschätzungen der Geschwindigkeit. Er sah ja nur das ich für die vergangene Runde 4:30 Minuten gebraucht habe, da macht es schon einen Unterschied ob die Runde 761m, 715m oder 680m lang ist. Apropos Fenix 3: Diese Diva hatte leider mal wieder gezickt und erneut einen Neustart während der ersten Kilometer durchgeführt. Hier fehlen mir also ein paar Minuten des Gesamtlaufs. Außerdem hatte mich der vorher eingestellte Pace-Alarm wahnsinnig gemacht, denn die Strecke war aufgrund ihres Profils nicht in einer gleichbleibenden Pace zu laufen, weswegen die Uhr ständig vibrierte. Zum Glück lassen sich die Einstellungen durch langen Druck auf die mittlere linke Taste auch während einer Aktivität aufrufen und ändern. Jedoch ist die Kombination aus Zurück- und Rundentaste suboptimal, denn als ich nach Änderung der Einstellungen zurück wollte, startete sie eine neue Runde. Bezüglich der Neustarts werde ich mich wohl um einen erneuten Austausch bemühen, was gar nicht so einfach ist, schließlich will ich eigentlich keine längere Einheit und keinen Wettkampf ohne Uhr laufen. Bezüglich dem Zurück bei Einstellungen während einer Activity, werde ich Garmin einen Bug melden. Vielleicht können die ja etwas machen. Während der ersten Kilometer bremste ich mich selbst etwas, indem ich Live-Berichterstattung per Twitter von der Strecke lieferte, meine Follower mit in den Lauf einbezog, indem ich Runden meinen Followern widmete und auch einen kurzen Zeitraffer-Videoclip probierte, der aber leider nicht so gut geworden ist.

Nach dem ersten Stündchen hatte ich die ersten 14 Runden gedreht. Zum Vergleich: Meine Standard-Intervall-Trainingseinheit sind 10 x 1000m plus 200m Trabpause. Das sind 30 Runden auf der 400m-Bahn. Danach habe ich eigentlich keine Lust mehr im Kreis zu laufen. Abgesehen von kurzen Pausen um etwas zu trinken zu mir zu nehmen oder eine Knabberei mit auf die Strecke zu nehmen, drehte ich konstant meine Runden um den kleinen Seilersee. Ungefähr anderthalb Stunden war ich unterwegs, als ich, während ich wieder auf meinen persönlichen "Versorgungsstand" mit Sebastian zulief, jemanden dort stehen sah, der mir schon von weitem bekannt vorkam. Hatte ich doch zu wenig getrunken oder setzte mir das im Kreis laufen schon zu sehr zu? Ich dachte wirklich das ich ein weiteres Mitglied meiner Laufcrew, Christian, bei Sebastian stehen sehe. Aber eigentlich konnte das ja nicht sein, denn dann müsste er ja ungefähr eine Stunde mit dem Auto gefahren sein, nur um mir am Seilersee beim Laufen zu zusehen und Sebastian dabei zu unterstützen mich zu supporten. Als ich jedoch näher kam, wurde schnell klar: Es ist wirklich Christian, der mit Nina aus dem Münsterland zum Seilersee gefahren ist. Der Wahnsinn! Kurzes Abklatschen und ich drehte eine weitere Runde. Was für ein geiler Support meiner Crew! Ein oder zwei Runden später begleitete mich Christian auch auf der Strecke für zwei Runden und verwirrte die armen CVJM-Helfer, weil sie vergeblich eine Starternummer an ihm suchen. Wir waren natürlich viel zu schnell im Vergleich mit den anderen Runden, was aber dadurch mehr als Wett gemacht wurde, das es mir weiteren Ansporn gegeben hat, Christian dabei gehabt zu haben. Haben mir diese beiden Temporunden geschadet? Ich denke nicht, die Abwechslung hat mir eher gut getan. Während der ersten beiden Stunden bespielte der CVJM uns Läufer übrigens nicht aus der Konserve, sondern mit Live-Musik, die erst von einer Trommlergruppe auf der Bühne gespielt wurde und danach von Chiara Vogt, die verschiedene bekannte Songs mit der Akustikgitarre spielte und sang. Unter anderem sang sie so passende Songs wie "Maybe i'm crazy", im Original von Gnarls Barkley, welches ja schon irgendwie zu so einem 6-Stunden-Lauf passte. Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sich so etwas an zu tun.

Ist das Kunst? 78 Runden...

Auch die zweite Stunde hatte ich ohne Probleme überstanden. Bisher war es mit ungefähr Halbmarathondistanz ja auch noch absolut gewohntes Terrain. Eine Distanz die ich eigentlich immer laufen könnte, zumal in diesem moderaten Tempo. Ich lief ein gleichmässiges Tempo und kämpfte mich Runde um Runde immer wieder den Berg hinauf, nur kurz von Verpflegungspausen bei Sebastian unterbrochen, bei dem ich auch immer wieder das Tempo kontrollierte. Gibt es eine Möglichkeit Auto-Lap (automatische Rundenfunktion) an die aktuelle Runde anzupassen? Also, das ich beispielsweise eine Runde um den See laufe, am Start einmal auf Lap drücke, im Ziel einmal auf Lap drücke und Auto-Lap nun automatisch alle 750m eine neue Runde zählt? Ich habe diese Funktion leider noch nicht gefunden und hätte sie gerne. Weil ich selbst nicht mitgezählt habe und meine Uhr dies auch nicht tat, musste ich zwischendurch kurz die Helfer fragen, die die Runden notierten.

Zwischen 22 und 23 Uhr hatten alle Läufer die Möglichkeit sich zur Sprintwertung anzumelden. Dazu mussten diese sich im Start/Ziel-Bereich melden und dann bei Staffelübergabe auf einen von vier Buzzern schlagen. Kaum hatten sie das getan sprinteten die meist um einiges jüngeren Läufer an uns Einzelläufern vorbei die 750m entlang, um im Start/Ziel-Bereich schnellstmöglich wieder den Buzzer zu drücken. Soweit ich es mitbekommen habe, haben dies auch nur die Staffelläufer gemacht, zumindest ist niemand von den "Älteren" in wahnsinnigem Tempo an mir vorbei gesprintet. Die Sprintwertung war eine eigene kleine Rangliste an dem Abend, die meines Wissens nach aber nicht speziell prämiert wurde.

Um 23 Uhr durften die Staffelläufer ihren Staffelstab gegen eine brennende Fackel eintauschen und somit ein ganz neues Licht ins Dunkel um den kleinen Seilersee bringen. Es sah echt toll aus, wenn die Fackelläufer an einem vorbei liefen. Nur in den engen Passagen machte ich mir etwas Sorgen um die doch gut entflammbaren Synthetikstoffe der Läufer, die von den Fackelläufern überholt wurden. Völlig zu Unrecht, denn die Jungs und Mädels achteten genau drauf was sie taten und schwenkten die Fackeln notfalls auch etwas zur Seite. Es ist also nichts passiert, sondern sah wirklich nur toll aus. Nach einer Runde wurden die brennenden Fackeln abgegeben und gegen einen mit leuchtenden Knicklichtern gefüllten Staffelstab getauscht, so das auch weiterhin die Staffelläufer nicht nur am höheren Tempo zu erkennen waren.

Irgendwann nach 23:30 zeigte mir meine Uhr endlich die magischen 42 Kilometer an. Von Kilometer 37 bis 42 war es wirklich ein Kampf, die Runden wurden zwar nicht länger aber ich hatte das Gefühl es werden nicht mehr Kilometer auf meiner Uhr. An dieser Stelle habe ich auch das Wichtigste für mich selbst aus dem Lauf mitgenommen: Es ist alles Kopfsache. Als meine Uhr die 42 Kilometer angezeigt hatte, hat es in meinem Kopf klick gemacht, denn mein primäres Ziel war gefallen. War es ein Kampf mit zählen der letzten Kilometer bis 42 gewesen, so ging es nachdem ich folgendes getwittert hatte deutlich besser und einfacher weiter: "Primärziel (Marathon) erreicht... Nun beginnt der Spaß...". Ich wusste zwar das meine Uhr mal wieder aufgrund des Resets und der kurzen Runden um den See nicht die genauen Kilometer anzeigte, trotzdem waren es die 42 auf meiner Uhr die soviel ausmachten. Beim Laufen ist so vieles Kopfsache, wir stellen uns meist selbst ein Bein. Nicht umsonst mögen die meisten Läufer Wettkämpfe mit einer großen Runde, anstatt von mehreren kleinen Runden, denn da sagt uns unser Kopf "Du bist ja eigentlich grad wieder im Ziel, willst du wirklich nochmals diese Runde mit diesen fiesen Steigungen laufen?". Genau so eine Kopfsache ist es ausreichend Gels und andere Verpflegung mit sich zu nehmen. Die meisten von uns brauchen auf Läufen nicht auf, was sie bei sich tragen, aber es ist wichtig zu wissen versorgt zu sein.

Natürlich habe ich noch deutlich mehr aus dem Lauf, beziehungsweise von erfahreneren Läufern gelernt, die mir vor dem Lauf verschiedenste Tipps gaben, worauf ich achten solle, wie ich mich verpflegen solle und ganz wichtig: Das ich ein für mich absolut ungewohnt langsames Tempo laufen solle. Sie hatten alle recht: Man kann bei dem Tempo nahezu alles essen und nahezu unbegrenzt weit laufen.

Kurz vor Mitternacht hatte ich mich grad wieder den Hügel hoch gekämpft und erblickte oben nicht nur Erlösung von dem leider immer noch anstrengenden Hügel, sondern ein weiteres Crewmitglied, welches mich bei meiner letzten Stunde unterstützen wollte: Thomas hat mich ebenfalls überrascht und begleitete mich ein Stück des Weges um sich dann zu Sebastian zu gesellen, der mittlerweile im Start/Ziel-Bereich Stellung bezogen hatte. Auf der Bank war es deutlich zu dunkel und einsam und im Start/Ziel-Bereich war wenigstens die ganze Zeit etwas los.

Kurz nach 0:30 Uhr zeigte meine Uhr mir die 50km an. Was nun? Mein Sekundärziel war damit auch erreicht. Thomas kommentierte das ganze damit: Kannst du noch laufen oder tut dir irgendetwas weh? Wenn alles ok ist, dann laufe auch bis zum Ende. Also begab ich mich weiter auf meine Runden, ungefähr alle 2 Runden mit einem kurzen Stop für Wasser oder Cola oder eine Apfelkitsche am VP oder einen Schluck aus meiner Flasche mit Iso bei Thomas und Sebastian. Während des Laufens kommentierte ich meine Sekundärzielerreichung natürlich auch bei Twitter, denn auch dort "begleiteten" mich einige Leute aus meiner Timeline während meines Laufs. Support vor Ort von meiner Laufcrew und online vom Rest der Crew und anderen Läufern: Ich denke soviel Unterstützung hatte sonst keiner auf der Strecke.

Mittlerweile wurde jeder Läufer im Start/Ziel-Bereich mit ordentlichem Applaus empfangen und gefeiert und man merkte das es auf das Ende zuging. Ein paar Songs wie "Eye of the Tiger" taten ihr übriges um sowohl uns Läufer als auch die wartenden Staffelläufer und Zuschauer nochmals zu mobilisieren.

Um kurz vor 1 Uhr kam die Durchsage, das jede angefangene Runde vor 1 Uhr für die Einzelläufer noch zählt. Nach der Durchsage wurden die Minuten runter gezählt. Somit gab ich eine Runde nochmals richtig Gas, so das ich ungefähr um 0:58 meine letzte Runde began. Diese lief ich auch flott, aber auch etwas wehmütig, denn nun war das Ende dieses besonderen Wettkampfes wirklich erreicht. Ein letzter Schluck am VP und einen Dank für die Unterstützung und die letzten Meter bis ins Ziel. 78 Runden sind es geworden. Die Staffelläufer durften nach 1 Uhr noch eine gemeinsame Runde zusammen auf die Strecke und wurden somit von uns allen im Start/Zielbereich beim Zieleinlauf gefeiert.

Nach dem Lauf

Um ca. 1:30 wurden die drei schnellsten Frauen, die drei schnellsten Männer, die drei schnellsten Staffelteams und die beste Kostümierung mit Sachpreisen von Sponsoren und Pokalen belohnt. Das schnellste Team erhielt einen besonders aufwendigen Pokal, mit dem Versprechen im Folgejahr wieder aufzutauchen, denn es handelte sich dabei um einen Wanderpokal. Nach der Preisverleihung sollten die Startnummern zurück gegeben werden und es wurden Urkunden des Mondscheinlaufs verteilt, auf welchen der Name und die offizielle Rundenzeit eingetragen waren. Die genaue Platzierung sollte man sich am folgenden Tag aus dem Internet nachlesen und selber ausfüllen: So ist das bei kleinen familiär organisierten Läufen halt. :-)

Was bleibt

Bildrechte liegen bei sebastianrennt.de

Nun bin ich noch keinen Marathon gelaufen, aber schon einen Ultra über 58 Kilometer. Was habe ich daraus mitgenommen? Ein durchschnittlich trainierter Läufer kann mal ebend mehr als einen Marathon laufen und das sogar ohne das Problem sich an den Folgetagen kaum noch bewegen zu können. Das alles nur durch das langsamere Tempo und den Rest entscheidet der Kopf. Dieser wollte mich vor Erreichen der 42 Kilometer in die Knie zwingen. Nach überlaufen dieser Grenze in meinem Kopf, war der Rest des Laufes leichter.

An dieser Stelle einen außerordentlichen Dank an Sebastian, der mich über 6 Stunden als Support am Rand begleitet hat, obwohl es eigentlich sein Lauf war und ich weiß wie gern er mitgelaufen wäre. Ich verspreche dir, du läufst bald auch Ultra und ich stehe in deiner Schuld als Support. Du kannst dir aussuchen, ob ich dich auch vom Rand aus versorgen soll, oder dir auf der Strecke helfen soll, indem ich dich ablenke.

Einen Dank an Christian und Nina, die extra aus dem Münsterland ins Sauerland gekommen sind um sich anzusehen was ich mache und 2 Runden mit mir zu laufen.

Und einen Dank an Thomas, dafür das auch du verletzt gegen Mitternacht aufgetaucht bist und mir den Rücken gestärkt hast, sonst hätte ich sicher wirklich bei 50km gesagt, das es reicht.

Zwei Tage nach dem Wettkampf waren die offiziellen Ergebnisse online. Der Veranstalter gibt die Strecke jetzt mit 750m an und somit bin ich mit 78 Runden insgesamt 58,5km in den 6 Stunden gelaufen. Das Ergebnis reichte für den siebten Platz von 43 Einzelstartern.

Zahlen & Fakten

Streckenlänge: 6 Stunden
Anzahl Runden: 78
Gesamtkilometer: 58,5km
Platzierung: 7/43 Einzelläufer
Webseite: http://cvjm-iserlohn.de/wordpress/mondscheinlauf/
Ergebnisse: http://cvjm-iserlohn.de/wordpress/mondscheinlauf/2015/08/24/ergebnisse-des-10-mondscheinlaufs-2015/
Strava: https://www.strava.com/activities/375605808

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